OVZ vom 03.03.2010
Die Zeit der Knöpfchendrücker ist vorbei
Blick ins Fachkabinett der Awa 1.gemeinnütziger Aus- und Weiterbildungsverbund Altenburg für Werkstoffprüfung Messtechnik
AWA offeriert umfangreiche Ausbildungspalette - entsprechend den Wünschen der Wirtschaft

Nicht nur die Menschen, auch Firmen wachsen mit ihren Aufgaben. Das trifft auf den 1. gemeinnützigen Aus- und Weiterbildungsverbund Altenburg AWA e.V. ganz besonders zu. In den nunmehr 17 Jahren seines Bestehens entwickelte sich die Ausbildungspalette in schier rasanten Tempo. Sie reicht heute mittlerweile von 18 Berufen in der Ausbildung beziehungsweise Umschulung über neun verschiedene Industriefachkräfte bis zu noch mal 18 Möglichkeiten als Fachkraft für verarbeitendes Gewerbe.

Und auch hier reagiert der AWA stets schnell auf die aktuellen Anforderungen. So wurde die Ausbildung zur Industriefachkraft IHK für CNC-Technik den Bedürfnissen der regionalen Wirtschaft angepasst, erläutert AWA-Chef Hans-Reiner Kasel. So kann die Ausbildung nunmehr an den Steuerungen DIN-Neutral, Siemens, Fanuc und Heidenhain an original Programmierplätzen und Maschinen mit genau diesen Steuerungen durchgeführt werden. Weiterhin ist der Betrieb in der Lage, mit Solidworks, SolidCAM und entsprechenden Postprozessen eine durchgängige CAD-CAM-Fassung zu bieten.

„Mit letzterem verfügen wir gerade in Krisenzeiten, wo es in vielen Firmen zu Sparmaßnahmen, Insourcing und Kurzarbeit kommt, über eine sehr entscheidende Kosteneinsparmöglichkeit. Diese C-Systeme bieten kurze Entwicklungszeiten mit Überleitung in die Fertigung sowie Möglichkeiten des parallelen Arbeitens an einem Bauteil an einer Baugruppe.“

Wer noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist und noch keine Entscheidung getroffen hat, sollte sich von diesen vielen technischen Begriffen dennoch auf keinen Fall bange machen lassen, so Hans-Reiner Kasel. Der AWA bietet zum Beispiel seit geraumer Zeit das Projekt „Berufsstart plus“ an. Da können junge Leute in freiwilligen Praktika Einblicke in verschiedene Berufe erhalten, ebenso einen Überblick über lokale Firmen und den Fachkräftebedarf. An diesem Projekt nehmen derzeit bereits 87 Schüler der drei Altenburger Regelschulen erfolgreich teil.

Ebenso erfolgreich gestaltet sich die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Jena, wo bereits die zweite Seminargruppe im Studienfach Werkstoffprüfung zum Abschluss geführt wurde. Kein Wunder, verfügt der AWA doch über ein top ausgestattetes Werkstoffprüflabor. „Denn es ist heutzutage enorm wichtig, dass die Fachkräfte in Unternehmen nicht nur ein bestimmtes Produkt fertigen, sondern dieses Produkt auch bewusst bewerten können, um ständig auf die Qualität Einfluss zu nehmen. Darauf ist bei uns die gesamte Aus- und Weiterbildung ausgerichtet. Die Zeiten der reinen Knöpfchendrücker sind ein für allemal vorbei“, weiß der AWA-Chef aus seiner langjährigen Erfahrung.

Neben der Werkstoffprüfung sowie CNC, CAD-CAM und Automatisierungstechnik gehört auch der Bereich Kunststoff und Faserverbundwerkstoffe zu den Ausbildungsofferten des Aus- und Weiterbildungsverbundes. „So bilden wir Fachpersonal aus, das Flugzeugteile, Teile für Windkraftanlagen, Boote und noch vieles mehr bauen kann.“

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