Sie kamen, sahen und staunten. Innerhalb weniger Tage gab es beim 1. Aus- und Weiterbildungsverbund (AWA) gleich zweimal volles Haus. Zuerst informierten sich zahlreiche Unternehmen aus der Region, anderen Teilen Deutschlands und sogar dem Ausland, die die Leistungen des Bildungsträgers bereits in Anspruch genommen haben, über die neuesten AWA-Offerten. Kurz darauf taten selbiges Mitgliedsfirmen der Kreisorganisation des Bundesverbandes der mittelständischen Wirtschaft (BVMW). Und sie alle konnten staunen über eine beachtliche Bilanz sowie die neuesten technischen Errungenschaften.
So wurden beispielsweise die manuellen und konventionellen Ausbildungsplätze im großen Werkstattbereich komplett neu gestaltet. „Die alten Drehbänke hatten nun wirklich ihre Schuldigkeit getan“, so der geschäftsführende Vorsitzende des AWA, Hans-Reiner Kasel. Ersetzt wurden sie durch 20 optimal ausgestattete Arbeitsplätze im manuellen Bereich sowie vier hochtechnisierte konventionelle Präzisions-Koordinaten-Bohr- und –Fräsmaschinen, ebenfalls mit integriertem Arbeitsplatz. „Wir sind die erste Bildungsstätte, die so etwas vorweisen kann“, erklärt Hans-Reiner Kasel. „ Das ist ein Alleinstellungsmerkmal und macht und einmal mehr zu einem Standortfaktor für das Altenburger Land.“
Der ist der AWA trotz Krise geblieben. Denn zahlreiche Unternehmen nutzen die Kurzarbeit zur Qualifizierung ihrer Mitarbeiter. „Wir verstehen uns nach wie vor als Dienstleister bei der Bereitstellung der erforderlichen Fachkräfte in der regionalen und überregionalen Wirtschaft“, sagt der Vorsitzende. Schwerpunktbereiche sind dabei Metalltechnik/Maschinenbau, Kunststoff- und –Faserverbundwerkstofftechnik, Mechatronik, Automatisierungs- und Steuerungstechnik.
Von 2007 bis jetzt haben 1776 Frauen und Männer ganz unterschiedlichen Alters die AWA-Schule durchlaufen. 1165 konnten anschließend in Arbeit vermittelt werden. Hinzu kommen 943 Azubis sowie 246 Schüler, die im Rahmen der Berufsorientierung und –Vorbereitung den mehrfach zertifizierten Bildungsträger kennengelernt haben. Mittlerweile gibt es eine zweite Seminargruppe der Fachhochschule Jena, die im Fach Werkstoffprüfung des Know-How des AWA nutzt. Investiert wurden seit 2007 über zwei Millionen Euro sowohl in Erweiterungsbauten als auch in neue Technik.
Doch ebenso wichtig wie technisches Wissen sind für den AWA-Chef von jeher qualifizierte und engagierte Mitarbeiter. Der Verbund zählt derzeit 36 Festangestellte. Außerdem gehören zwei Studium-Plus-Studenten zum Team. „Honorarkräfte sind für uns ein Fremdwort. Denn sie stehen nie so zur Firma wie ein fester Mitarbeiter“, begründet Hans-Reiner Kasel diese Firmenphilosophie.